Üben, um zu überleben SPD besucht einzigartigen Naturraum Senne
Paderborn. Sichtlich beeindruckt war die umweltpolitische Sprecherin der SPD-  Landtagsfraktion in Düsseldorf, Svenja Schulze, nach einer Rundfahrt durch die Senne. Gemeinsam mit den SPD-Landtagskandidaten Nuri Ayaz und Jonas Wagener, dem Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Bernd Schäfer und dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Wolfgang Scholle ließ sie sich unter fachkundiger Begleitung rund eineinhalb Stunden das seltene Miteinander von Militär und Naturschutz präsentieren.
Dabei ließen sich die Politiker auch die Pläne der britischen Streitkräfte für neue Übungsplätze in der Senne vorstellen. Dr. Gerhard Lakmann von der Biologischen Station Paderborn-Senne und Heiko Arjes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sparte Bundesforst, berichteten über die hervorragende Zusammenarbeit mit den britischen Militärs in vielen Bereichen. Sie betonten, dass die Rhine Army insbesondere im Hinblick auf die neuen Plätze absolut kooperativ auf sämtliche Bedenken der Beteiligten, wie beispielsweise der Biologischen Station, eingegangen sind. Dr. Gerhard Lakmann hob hervor, dass durch die Schaffung von über acht Hektar Ausgleichsflächen für die Errichtung neuer Übungshäuser und –flächen auf dem Truppenübungsplatz die Senne insgesamt stark aufgewertet würde. „Ursprünglich waren sieben Übungsplätze und fast 50 Km Betonpiste geplant. Diese Eingriffe, vor allem die Zerschneidung von Lebensräumen,
riefen auch heftigen Widerstand seitens der Kreis-SPD hervor“, so Wolfgang Scholle. Colin Gordon, leitender Verbindungsoffizier der britischen Streitkräfte in Deutschland, erklärte,dass durch den Abzug der britischen Truppen aus dem Irak die Pläne für die neuen Übungsdörfer reduziert werden konnten. Die nun entstehenden Containerhäuser werden bei Beendigung der Nutzung als Truppenübungsplatz wieder komplett rückgebaut. Colin Gordon erläuterte den Zweck des entstehenden Schießhauses und des Übungsdorfes. „Es geht darum zu üben, um zu überleben. Darum sollen die Soldaten unter möglichst authentischen Bedingungen auf den Einsatz vorbereitet werden.“ Dr. Gerhard Lakmann fügte hinzu, dass die militärische Nutzung des Platzes und der Schutz des Naturraumes Senne zwei verschiedene Themen sind. „Zu Kriegseinsätzen hat sicherlich jeder seine eigene Position. Doch der Naturschutz dieses einzigartigen Gebietes, in dem so viele seltene Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind, ist ein unabhängig davon zu sehendes Thema.“ „Leider wurden bei der Diskussion um die neuen Übungseinrichtungen viele negative Argumente miteinander vermischt, die der Sache in keiner Weise Rechnung tragen“, fügt Heiko Arjes bedauernd hinzu. Die beiden SPD-Landtagskandidaten waren sich einig: „Die Bedeutung des Militärs für die Senne wird oft leider viel zu negativ und einseitig betrachtet. Durch die alleinige Nutzung der Senne tragen die britischen Streitkräfte enorm viel zum Naturschutz bei. Tatsächlich erbringen sie etliche Leistungen, zu denen sie nicht verpflichtet wären, um das einzigartige Gebiet zu schützen. Die durch die vier kleinen neuen Übungskomplexe entstehenden Auswirkungen auf die Natur werden durch die sehr umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen mehr als ausgeglichen“. Auch die Umweltpolitikern Svenja Schulze war beeindruckt: „Wenn die einzigartige Natur der Senne auch im Zuge der Nutzung als Truppenübungsplatz erhalten bleiben kann, sollte diese Chance wahrgenommen werden. Die SPD wird sich weiter dafür einsetzen, diesen einzigartigen Naturraum im Einklang mit der Bevölkerung und dem Militär zu einen Nationalpark weiterzuentwickeln.“ |