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Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 23. April 2010 um 07:57 Uhr

Üben, um zu überleben
SPD besucht einzigartigen Naturraum Senne

Paderborn. Sichtlich beeindruckt war die umweltpolitische Sprecherin der SPD-
Landtagsfraktion in Düsseldorf, Svenja Schulze, nach einer Rundfahrt durch die Senne.
Gemeinsam mit den SPD-Landtagskandidaten Nuri Ayaz und Jonas Wagener, dem
Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Bernd Schäfer und dem stellvertretenden
Kreisvorsitzenden Wolfgang Scholle ließ sie sich unter fachkundiger Begleitung rund
eineinhalb Stunden das seltene Miteinander von Militär und Naturschutz präsentieren.

 

Dabei  ließen sich die Politiker  auch die Pläne der  britischen Streitkräfte für  neue
Übungsplätze in der Senne vorstellen. Dr. Gerhard Lakmann von der Biologischen Station
Paderborn-Senne und Heiko Arjes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sparte
Bundesforst, berichteten über die hervorragende Zusammenarbeit mit den britischen
Militärs in vielen Bereichen. Sie betonten, dass die Rhine Army insbesondere im Hinblick
auf die neuen Plätze absolut kooperativ auf sämtliche Bedenken der Beteiligten, wie
beispielsweise der Biologischen Station, eingegangen sind. Dr. Gerhard Lakmann hob
hervor, dass durch die Schaffung von über acht Hektar Ausgleichsflächen für die
Errichtung neuer Übungshäuser und –flächen auf dem Truppenübungsplatz die Senne
insgesamt stark aufgewertet würde. „Ursprünglich waren sieben Übungsplätze und fast 50
Km Betonpiste geplant. Diese Eingriffe, vor allem die Zerschneidung von Lebensräumen,

 

riefen auch heftigen Widerstand seitens der Kreis-SPD hervor“, so Wolfgang Scholle. Colin Gordon, leitender Verbindungsoffizier der britischen Streitkräfte in Deutschland, erklärte,dass durch den Abzug der britischen Truppen aus dem Irak die Pläne für die neuen Übungsdörfer reduziert werden konnten. Die nun entstehenden Containerhäuser werden
bei Beendigung der Nutzung als Truppenübungsplatz wieder komplett rückgebaut. Colin
Gordon erläuterte den Zweck des entstehenden Schießhauses und des Übungsdorfes. „Es
geht darum zu üben, um zu überleben. Darum sollen die Soldaten unter möglichst
authentischen Bedingungen auf den Einsatz vorbereitet werden.“ Dr. Gerhard Lakmann
fügte hinzu, dass die militärische Nutzung des Platzes und der Schutz des Naturraumes
Senne zwei verschiedene Themen sind. „Zu Kriegseinsätzen hat sicherlich jeder seine
eigene Position. Doch der Naturschutz dieses einzigartigen Gebietes, in dem so viele
seltene Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind, ist ein unabhängig davon zu sehendes
Thema.“ „Leider wurden bei der Diskussion um die neuen Übungseinrichtungen viele
negative Argumente miteinander vermischt, die der Sache in keiner Weise Rechnung
tragen“, fügt Heiko Arjes bedauernd hinzu. Die beiden SPD-Landtagskandidaten waren
sich einig: „Die Bedeutung des Militärs für die Senne wird oft leider viel zu negativ und
einseitig betrachtet. Durch die alleinige Nutzung der Senne tragen die britischen
Streitkräfte enorm viel zum Naturschutz bei. Tatsächlich erbringen sie etliche Leistungen,
zu denen sie nicht verpflichtet wären, um das einzigartige Gebiet zu schützen. Die durch
die vier kleinen neuen Übungskomplexe entstehenden Auswirkungen auf die Natur werden
durch die sehr umfangreichen Ausgleichsmaßnahmen mehr als ausgeglichen“. Auch die
Umweltpolitikern Svenja Schulze war beeindruckt: „Wenn die einzigartige Natur der Senne
auch im Zuge der Nutzung als Truppenübungsplatz erhalten bleiben kann, sollte diese
Chance wahrgenommen werden. Die SPD wird sich weiter dafür einsetzen, diesen
einzigartigen Naturraum im Einklang mit der Bevölkerung und dem Militär zu einen
Nationalpark weiterzuentwickeln.“

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 23. April 2010 um 08:01 Uhr
 
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